Arne Schmitt, ge­boren 1984 in Mayen, lebt und arbeitet in Köln. Zuletzt zeigten K‘ – Zentrum Aktuelle Kunst Bremen (2014), Projekt­raum Benzulli in Düsseldorf, der kjubh Kunstverein in Köln (beide 2013), das Sprengel Museum in Hannover (2012), sowie die Galerie der HGB Leipzig (2009) Einzel­ausstellungen des Künstlers. Mit seinen Arbeiten war Schmitt zudem in zahl­reichen inter­nationalen Gruppen­ausstellungen vertreten, unter anderem im Fotomuseum Winterthur (2013), im Palais des Expositions in Charleroi (BE), im NRW-Forum in Düsseldorf (beide 2012), in der Port Gallery T in Osaka (J) und in der Kunsthalle Bonn (beide 2011).

Arne Schmitt
Die autogerechte Stadt
(Rückführung)

Arne Schmitts fot­o­gra­fisch­es In­te­res­se gilt dem städ­tischen Raum, ins­bes­ondere dem ar­chi­tek­tonischen Kör­per und Städte­bau als einer „Kunst des Mög­lich­en“. Mit bild­ne­risch­en Mit­teln unter­sucht er den ideo­lo­gischen Ge­halt des städ­tischen Wieder­aufbaus der Nach­kriegs­jahre, die struk­tu­relle Or­ga­ni­sa­tion neuer ur­baner Lebens­räume und die heu­tige Si­tu­a­ti­on west­deutscher Ar­chi­tek­tur. Eigene Fo­to­gra­fien stellt er häufig his­to­rischen Do­ku­men­ten von Ideen­skizzen und Ent­würfen sowie Auf­nah­men der Re­a­li­sie­rung gegen­über.

In seinem Bei­trag zu „Vor Ort“ ver­han­delt Arne Schmitt Reichows Be­griff der „auto­ge­rech­ten Stadt“ und die damit ver­bundene pro­to­typische Stadt­pla­nung in Senne­stadt. Sie sollte unter anderem eine ideale Sym­bio­se von Auto­ und Fuß­gänger­ver­kehr gewähr­leis­ten. Dazu stellt Schmitt seine Foto­gra­fien aus Bielefeld-Senne­stadt aus­ge­wähl­ten Text- und Bild­zi­ta­ten aus Reichows Pub­li­ka­tion­en gegen­über. Prä­sen­tiert wer­den Schmitts ein­zel­ne Mo­ti­ve auf zwölf groß­for­ma­tigen Wahl­werbe­tafeln, die zu vier kristall­artigen Drei­ecks­formen arran­giert und wie Reichows Stadt­plan­ung „auf der grünen Wiese“ platziert sind. Mit seiner ar­chä­ologisch­­foto­graf­ischen Ar­beit und unter Rück­griff auf eine ur­bane Kommuni­kations­form er­mög­licht der Künst­ler unter­schied­liche Blicke auf Senne­stadt, wobei er aus Fuß­gänger­per­spek­tive den Geist der Grün­dungs­jahre eben­so wie die Si­tu­ation heute sicht­bar macht.