Manfred Pernice, geboren 1963 in Hildesheim, lebt und arbeitet in Berlin. Die Arbeiten des Documenta-11-Teil­nehmers wurden in den ver­gangenen Jahren in zahl­reichen Einzel­ausstellungen gezeigt, so im Institut D’Art Contemporain in Villeurbanne (FR), im Haus der Kunst in München (beide 2013), im Stedelijk Museum voor Aktuelle Kunst in Gent (BE) (2011) und in der secession in Wien (AT) (2010). Darüber hinaus hat Pernice an zahl­reichen inter­nationalen Gruppen­ausstellungen, unter anderem im Skulpturen­park Köln (2013), der Kunsthalle Zürich (CH), dem Museum Ludwig in Köln (beide 2012), im SESC Santos in São Paulo (BRA) (2011) und dem Centre Pompidou in Paris (FR) (2009) teil­genommen.

Manfred Pernice
caravane

Manfred Pernice inte­res­siert sich für das Ver­hält­nis von ge­stal­te­ten Innen- und Außen­räumen sowie ihrer Be­deu­tung als Sym­bole einer ge­sell­schaft­lich­en Ent­wick­lung. Auf ganz klas­sische Weise be­schäf­tigen ihn als Bild­hauer zunächst die Be­deu­tung, Or­ga­ni­sation, Form und Be­schaf­fen­heit von Gegen­stän­den sowie Ma­te­ri­alien. Seine plas­tischen Ob­jekte, darunter auch Fund­stücke, haben viel­fach einen funk­tio­nalen und eigen­ständigen Cha­rak­ter.

Pernices Projekt in Senne­stadt be­schäf­tigt sich mit der Rolle von Kunst im öf­fent­lichen Raum an der Schnitt­stelle von Denk­mal, Kunst am Bau und au­to­no­mer Plas­tik. Kon­kre­ter the­matischer Aus­gangs­punkt seiner drei­tei­ligen, fi­gu­ra­tiv­­ab­strak­ten Skulp­tur ist das Wechsel­verhältnis be­kannter und un­bekann­ter Per­sön­lich­kei­ten, die in enger Ver­bin­dung zur Senne­stadt und zu­ein­ander stehen, wie Hans Bernhard Reichow (Ar­chi­tekt), Bernhard Heiliger (Bild­hauer) und Adolf Reichwein (Reform­pä­da­go­ge), aber auch die Flücht­linge und Aus­siedler, welche die Sennestadt seit ihrer Grün­dung in den 1950er/­60er Jahren ge­prägt haben. In diesen städt­ischen Re­so­nanz­raum setzt der Künst­ler drei unter­schied­lich ge­formte Bet­on­sockel, die im Tur­nus von zwei Mo­na­ten von einer skulp­tu­ralen Figur nach­einander ak­ti­viert werden. Damit hinter­fragt Pernice die Funk­tion von Kunst im öffent­lichen Raum und die damit ver­bun­den­en, oft­mals ideo­logisch auf­geladenen Er­wartungen. Gleich­zeitig unter­sucht er die Skulp­tur sowohl als Objekt der In­for­ma­tions­ver­mitt­lung, künst­le­rischen Be­haup­tung und lo­kalen Ver­ortung als auch in ihrem Ver­hält­nis zu den Be­wohn­er­Innen in Sennestadt.