Michael Beutler, geboren 1976 in Oldenburg, lebt und arbeitet in Berlin. Seine Arbeiten wurden in zahl­reichen Einzel­ausstellungen gezeigt, so im Centre d´Art Contemporain in Saint-Nazaire (FR) (2013), im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien­technologie Karlsruhe (2012) und der Kunsthalle Lingen (2011). Zuletzt nahm Beutler an inter­nationalen Gruppen­ausstellungen, unter anderem im Museé d´Art Moderne de la Ville de Paris (FR), dem Museum of Contemporary Art Taipei (RC) (beide 2013), dem Kunstmuseum Luzern (CH) (2012), der Singapore Biennale (2011) und im MASS MoCA in Boston (USA) (2010) teil.

Michael Beutler
Keilhaus-Camp für Enten
Keilhütte

Michael Beutler re­agiert mit seinen Ar­bei­ten zumeist auf die so­zialen und ar­chi­tek­to­nisch­en Struk­turen der je­wei­li­gen Aus­stel­lungs­si­tu­a­tion, die als Pro­dukt­ions­stätte und Prä­sen­tations­ort zu­gleich ge­nutzt wird. Er setzt in­dus­triell ge­fer­tig­te Ma­te­rialien wie Pa­pier, Me­tall, Holz oder Kunst­stoffe ein, die erst mit Hilfe von Dritten und eigens ent­wick­el­ten Werk­zeu­gen zu drei­di­men­si­o­nal­en Bau­­ele­men­ten geformt werden. Seine im öffent­lichen Raum ent­stan­den­en Ar­beiten neh­men als „Archi-Skulp­tu­ren“ Be­zug auf die un­mittel­bare Land­schaft oder die Be­son­der­hei­ten des Ortes.

Am Ein­gang zum Buller­bach­tal hat Michael Beutler eine zelt­artige In­stal­lation ent­wickelt, die mit Grund­for­men der Ar­chi­tek­tur, ar­che­ty­pisch­en Haus­formen und Li­nien­füh­rung der an­grenz­en­den Reichow-Pavillons spielt. Aus dem weißen, flächi­gen Ver­scha­lungs­ma­te­ri­al Pecafil (mit Fo­lien um­schrumpf­te Metall­gitter) wurden vo­lu­minöse Keile gebaut. Mit diesen Mo­du­len ist eine va­ri­an­ten­reiche, künst­le­rische Ar­chi­tek­tur ent­standen, die an eine tem­po­räre Zelt­stadt, Spiel­land­schaft oder kleine Sied­lung er­innert. Gleich­zeitig kann diese In­stal­lation den Enten des Senne­stadt­teichs als Be­hausung dienen. Michael Beutlers Bei­trag schlägt zudem eine vi­su­el­le Brücke zur Bielefelder Innen­stadt, wo er im Innen­hof des Kunst­vereins mit der gleichen An­zahl an Mo­du­len einen ein­zelnen, offenen Pavillon – die „Keilhütte“ – ge­schaf­fen hat.